Bloggedanken

In Boris Barschows Buch “Kabul, ich komme wieder”, das sich mit seiner ersten Afghanistanreise und den dabei erlebten Begebenheiten auseinandersetzt, gibt es zwei Kommentare namhafter Journalisten, zum einen über das Projekt, zum anderen über die Einstellung, die ein Kollege braucht, der einerseits Soldat ist und als solcher an einem Auslandseinsatz teilnimmt und andererseits auch Journalist mit Leib und Seele ist. Diese zwei Kommentare verdeutlichen mit am Besten, welche Intention Boris Barschow bei seiner ersten Reise hatte.
Soldat und Journalist – eine Gratwanderung?

Gleichviel, die Chronistenpflicht des Journalisten wahrt eine gebotene Objektivität, verschließt sich aber nicht den Beweggründen und Ängsten des Soldaten. Viele Überlegungen vor, während und nach dem Aufenthalt in Afghanistan machen deutlich, welchem Druck Soldaten ausgesetzt sind, die ihren Auftrag im Ausland erfüllen. Überdies, so wird im Buch klar, findet in den Menschen ein Wertewandel statt, der ihr Verhalten nachhaltig beeinflusst. Die ständige Bedrohung lässt entweder Charaktere entstehen oder Menschen zerbrechen. Wenn auch die Erlebnisse des Autors in Afghanistan nur facettenhaft sein können, haben sie ihn derart geprägt, dass in seiner Anschauung vieles nicht mehr so sein wird wie es war.

Wolfgang Funke, ehemaliger Chef des SFB Schulfernsehens

Wolf von Lojewski über Kabul, ich komme wieder

“An Afghanistan sind schon viele gescheitert: Briten, Russen und Missionare aller Art. Kann die Bundeswehr es schaffen, eines Tages erhobenen Hauptes heimwärts zu ziehen? Täglich lesen wir von Entführungen und Attentaten. Eine Stammesgesellschaft bäumt sich dagegen auf, dem 21. Jahrhundert angepaßt zu werden. – Politiker, Journalisten und Fernsehzuschauer haben längst ihr Urteil über diesen Einsatz gefällt: Schnell raus, rufen die einen, Ausdauer und Geduld fordern die anderen ein.

Boris Barschow hat etwas für Journalisten Ungewöhnliches getan: Er hat sich eine Uniform angezogen und tauchte so in ein Krisengebiet ein. Verengt das den Blick? Vielleicht. Aber der Leser hat hier die Möglichkeit, einmal einen längeren, intensiveren Blick auf ein Land zu werfen, von dem es heißt, dort entscheide sich auch unser Schicksal. Aus einem Abenteuer entstand persönliche Beziehung – eine Art “Kabul, mon amour…”

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