USA verlegen Panzer nach AFG

19/11/2010
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Die Washington Post berichtet, dass die Vereinigten Staaten nun erstmals ihre Abrams Kampfpanzer in Afghanistan einsetzen wollen. Dieser Schritt, der von den im Süden eingesetzten Soldaten des Marine Corps schon seit dem Beginn ihres Einsatzes gefordert wird, passt in die immer lauter werdende Abzugsdiskussion der westlichen Welt. Allerdings ist die Entsendung von 16 Kampfpanzern, angesichts einer Gesamtstärke von etwa 80000 US-Soldaten, nicht allzu atemberaubend -  schließlich setzen die Kanadier seit langem 20 deutsche Leopard 2 Panzer im umkämpften Süden ein. Auch Dänen und Niederländer vertrauen auf das Rückgrat des Kalten Krieges, um ihren Soldaten bestmöglichen Schutz und überlegene Feuerkraft zu garantieren. Da die Diskussion um die Übergabe in Verantwortung und einen möglichen Abzugstermin sicherlich Auswirkungen auf die eine oder andere Wahl haben könnte, scheint man nun experimentierfreudiger zu werden, um ein Ziel, das die Politik jetzt auch immer häufiger und vor allem präziser nennt, zu erreichen.

Amerikanischer Abrams Kampfpanzer des Marine Corps (Quelle: USMC)

Interessant bleibt, dass gerade vor wenigen Tagen der afghanische Präsident Karzai  mehr Zurückhaltung bei den internationalen Truppen gefordert hatte. Dabei bezog er sich zwar eher auf “nächtliche Kommandoaktionen”, als auf die regulären Gefechte, dennoch könnte man die Bekanntmachung, nun Kampfpanzer zu entsenden, auch als Statement verstehen. Präsident Karzai, dessen Leistungsbilanz mit seinem Ansehen in der afghanischen Bevölkerung einhergeht, versucht offenbar die Stimmung im Land zu nutzen, um sich eventuelle Vorteile für die Verhandlungen mit ehemaligen Kontrahenten zu schaffen.

Trotz aller politischer Ränkespiele und Abwägungen kann die Entscheidung, dieses Waffensystem nun einzusetzen, von den Truppen nur begrüßt werden. Ein Kampfpanzer bietet Schutz, hohe Mobilität und eine präzise, ständig verfügbare Feuerkraft. Er überschreitet und durchbricht die meisten denkbaren Hindernisse und zieht das Feuer auf sich. Wer weiß, vielleicht ändert sich im nächsten Jahr auch die Geländebeurteilung für den Norden Afghanistans? Denn wie sagt man so schön. Nichts ist so sicher wie die Lageänderung!

Kleines Update vom 19.11.10, 1443h

Zu hohe Belastung für Brücken und Wege, zu schmale Pfade und enge Gassen in den Dörfern, viel Gebirge. Ich weiß, ich weiß, ich weiß! Nach Anregung des Foristen “StFw d.R.” trotzdem mal ein schönes Bild von Gelände, dass nicht panzerhemmend aussieht ;-)

Ein Fuchs prescht über staubige Pisten in Nordafghanistan. (Quelle: bundeswehr.de)

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13 Responses to USA verlegen Panzer nach AFG

  1. StFwdR on 19/11/2010 at 13:45

    Im Sinne der eingesetzten Soldaten wäre es zu hoffen ;-)

    Aber da gibt es bei uns Kräfte, die einen derartigen Schritt wohl nicht mittragen werden und es vor lauter Betroffenheit lieber in Kauf nehmen das unsere Soldaten wohlwollen “suboptimal” ausgerüstet in dem Einsatz sind. :-(

  2. StFwdR on 19/11/2010 at 13:49

    Und weils so unmöglich ist im Norden Panzer einzusetzen mal ein Bild der Gegend.

    http://www.deutschesheer.de/portal/a/heer/mediabild?yw_contentURL=/C1256F87004CF5AE/W28BBHH4993INFODE/content.jsp

    @BB
    Könnte man das einbetten ?

  3. Boris Barschow on 19/11/2010 at 13:53

    mmmh…bekomme das irgendwie nicht eingebettet….:-(

  4. StFwdR on 19/11/2010 at 18:23

    Danke :-)

  5. Sinan Kurt on 20/11/2010 at 10:08

    Naja, mit dem Thema “Afghanistan” habe ich etwa ganz andere Meinungen in Meinem Blog.

    MfG Kurt

    • Boris Barschow on 20/11/2010 at 10:19

      …dann wünsche ich erhellende Erkenntnisse in der Blogossphäre. Schreib dann doch auch hier mal Deine meinung zum Thema…auch zur Intergrationsdebatte. Ansichten junger menschen sind wichtig für unsere Zukunft…

      • Sinan Kurt on 22/11/2010 at 19:05

        Danke für ihre Aufmerksamkeit.

        Ich finde der Afghanistankrieg ist eigentlich zum Teil oder zum ganzen nur ein Krieg um das Thema “Geld”.
        Das meine ich nicht nur von der Seite der USA, sondern beidseitig.

        Stellen sie sich vor, die USA (NATO) wäre nie in Afghanistan einmarschiert.
        Dann hätten wir auch bestimmt nicht soviel von den USA und auch von den Terroristen in den Nachrichten zu Auge bekommen.
        Damit meine ich, dass die USA von den Terroristen leben, genauso umgekehrt, die Terroristen von den USA.
        Das ist ein Katz und Maus Spiel.Wenn es keine Terroristen gäbe, wie sollte sonst die USA nach Afghanistan einmarschieren?
        Und Zufall ist es auch nicht, dass Afghanistan zu den Ländern mit dem höchsten Bodenschatzvorkommen zählt.
        Es ist bekannt, dass die USA die Terroristen mit Waffen zur Seite stand, als Russland mit den Terroristen kämpfte.

        Wie wir wissen, hat die USA den groß teil des Einkommens durch Waffenhandel, welche aber auch an “Terroristen” leben.
        Hätte die USA eine so mächtige Rolle, wenn sie sich nie in den Nahost-Konflikt eingemischt hätte?
        Ich glaube nicht.
        Ich finde die USA lebt vom Terrorismus (siehe Wikileaks),
        und der Terrorismus lebt von den USA.
        Danke nochmals.

        MfG Kurt

        • Christoph Meyer on 22/11/2010 at 20:44

          Der Krieg in Afghanistan kostet jeden Monat einige Milliarden Dollar, die Bodenschätze die Afghanistan beherbergt, sind noch nicht einmal erschlossen. Bis man also einen Gewinn aus diesem Land abschöpfen kann, vergehen noch Jahrzehnte in denen man ständig hohe Kosten hat.

          Die USA sind der größte Waffenhändler der Welt, das stimmt. Allerdings machen die ihren Gewinn mit großen Aufträgen. Also Flugzeuge, Schiffe, Panzer und Hochtechnologie. Insgesamt nichts von dem, was die INS gegen die Nato einsetzen.

          Diejenigen, die damals von den Amis mit Waffen versorgt worden sind, sind ja nun nicht alle auf den Seiten des Feindes. Vielmehr kämpfen im Land viele verschiedene Gruppen mit Waffen verschiedenster Herkunft.

          Wenn es nur um das Geld gehen würde, könnte man in ganz andere Länder einmarschieren (Sudan), tut es aber nicht.

          Denken Sie darüber noch einmal nach.

          • Sinan Kurt on 23/11/2010 at 06:56

            Aber glauben sie mir, ich bin kein USA-Hasser oder so etwas in der Art, aber die USA würde nirgendswo einen Einsatz haben, wo sie selber davon keinen Gewinn haben.

          • Christoph Meyer on 23/11/2010 at 11:21

            @Sinan Kurt: Das steht außer Frage. Aber ein “Gewinn” im Sinne von Sicherheit und Stabilität in einer so strategisch wichtigen Region ist eine ganz andere Geschichte als zu behaupten, es ginge nur ums Geld.

  6. Christoph Meyer on 23/11/2010 at 10:10

    Die New York Times legt nach. In diesem Artikel äußert sich ein amerikanischer Panzermann zur Verlegung der Kampfpanzer nach Afghanistan. Lesenswert!

    http://atwar.blogs.nytimes.com/2010/11/22/tanks-to-afghanistan-a-soldier-writes/?partner=rss&emc=rss

  7. Sinan Kurt on 23/11/2010 at 14:16

    Natürlich geht es hier nicht im großen um das Geld.
    Da steckt mehr drin als nur Geld. Und zwar, ist die USA der Staat, von dem man sich international am meisten “fürchtet”.
    Obwohl, China eine größeres Heer hat, und auch theoretisch “stärker” wäre.

    Die USA regiert z.B passiv Irak. Das ist nichts neues. Doch nun erreichen sie das auch in AFG. Natürlich braucht Afghanistan Helfer, im Gebiet “Terror”.

    Aber wenn die Helfer (damit ist die NATO gemeint) , mehr Schaden anrichten als sonst, dann sind diese sicher keine Friedensbringer.

    MfG Kurt

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