Skandal: Batcha Bazi – Knabenspiele in Afghanistan…

08/01/2011
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(Video) Auf ein mir bisher noch unbekanntes Problem in Afghanistan bin ich meiner Buchgruppe “Kabul, ich komme wieder” bei Facebook aufmerksam geworden. Dort hat ein 19jähriger afghanischer Abiturient diesen Post veröffentlicht:

Ein zur Zeit nicht so bekanntes, aber dennoch großes Problem in Afghanistan: Batcha Bazi. Wer English gut genug beherrschen kann, der soll sich mal diese Doku reinziehen. Es ist nicht nur die Armut bzw die fehlende Infrastruktur….Es sind Probleme und Sachen, von denen manche selbst nichts wissen bzw gewusst haben.

Allein: die da tanzen und betören, sind alles Jungen. Eine verkehrte Welt, halb verborgen, aber auch nicht gänzlich geheim. Die Welt des Batscha Bazi, des “Knabenspiels”. Von Kundus im Norden bis Kandahar im Süden halten sich Reiche, vor allem Milizführer, ihre privaten Knaben, die Milch und Hühnerfleisch bekommen und neben den Frauengemächern wohnen. Die vor Freunden tanzen, für Unsummen gehandelt werden und bei denen niemand fragt, ob sie Jungfrauen sind. Im Gegenteil: Den Lieblingsknaben eines großen Commanders von hinten zu nehmen, ist eine Trophäe. Begehrte, bekannte Buhlknaben werden für Zehntausende Dollar ver- und gekauft, ihretwegen wird gemordet. “Ich bin verheiratet, aber ich bevorzuge Jungen”, bekennt der ehemalige Mudschahedin-Kommandeur Allah Daad aus Kundus ungerührt: “Hier kann man ja keine Frauen mit zu Partys nehmen und sie tanzen lassen. Mit Jungs geht das. Damit kann man angeben! Ich hatte mal einen, der tanzte so schön wie eine fliegende Taube! Keiner kam nach ihm, der so war – ach. ” Seufzen. “Ich habe ihn drei Jahre lang bei mir behalten und gehen lassen, als sein Bart spross.” Schwul sei niemand, beteuern die Eingeweihten, es gehe nur um einen Ersatz für die Frauen, die Gespielinnen, um die man beneidet, für die man bewundert wird.

Die Tür zu der anderen Welt ist an diesem heißen Abend aus Holz, unscheinbar, und liegt in einem verwinkelten Wohnviertel unterhalb der Ruine des Kabuler Dar-ul-Aman-Palastes. Sie öffnet sich nach einem kurzen Anruf beim Gastgeber, und die Welt leuchtet bonbonfarben: ein Garten, groß wie ein Fußballfeld, in der Mitte ein riesiges Zelt, an den Seiten offen, Lametta, Lampions und Scheinwerfer, die Band spielt auf. Erst zwei, dann vier Jungen in hautengen Leibchen und Röcken, über deren Saum der Rand des Slips ragt, tänzeln auf die Bühne. Die Zuschauer johlen, die Jungen tanzen, winden lasziv hauchdünne Tücher um Kopf und Hals und wackeln mit dem Po. Sie umtänzeln die vordersten der 40 mit Kalaschnikows bewaffneten Soldaten, die hier sind, um die Gäste in Schach zu halten.

Als der Star der Nacht in einer Tunika auf die Bühne wirbelt und seine dichten, halbmeterlangen Locken aus dem Tuch schüttelt, brüllt die Menge vor Begeisterung: “Sabi!” Sabi, der tanzt und aussieht wie eine Frau, ist der Star der Kabuler Buhlknabenszene. Die Soldaten müssen Aufspringende zurückdrängen, während Sabi und die anderen sie wie flirtende Ballerinas umkreisen. Und um halb drei Uhr morgens plötzlich verschwinden, diskret zu einem Wagen gebracht werden, bevor die Gäste so recht merken, dass sie fort sind.

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Bacha Bazi: Dacing Boys in Afghanistan. Knaben in Frauenkleidern müssen für War Lords tanzen und werden sexuell missbraucht.

Dacing Boys in Afghanistan:

Kinder, die fast wie Sklaven gehalten, in Mädchenkleider gesteckt  und überwiegend von War Lords als tanzende Püppchen missbraucht werden – von sexuellen Übergriffen ganz zu schweigen. Über diesen menschenunwürdigen Skandal am Hindukusch ist hier noch nicht viel bekannt. In deutschen Medien lesen wir bisher nichts darüber. Die  TV Produktionsfirma Frontline hat sich nun erstmals Ende letzten Jahres an dieses Thema heran getraut. Mit Sicherheit keine ungefährliche Arbeit. Sie verdient unseren Respekt. Weil sich in einer Facebookgruppe, in zirka 80 Prozent aller Mitglieer Afghanen sind, und sich dort gerade eine heftige Debatte des Protestes entwickelt, möchte ich ihnen diesen Film nicht vorenthalten. Sehen Sie die vierteilige You-Tube Doku jetzt hier:

Frontline schreibt:

As the United States deepens its commitment to Afghanistan, FRONTLINE takes viewers inside the war-torn nation to reveal a disturbing practice that is once again flourishing in the country: the organized sexual abuse of adolescent boys.

In The Dancing Boys of Afghanistan, Afghan journalist Najibullah Quraishi (Behind Taliban Lines) returns to his native land to expose an ancient practice that has been brought back by powerful warlords, former military commanders and wealthy businessmen. Known as “bacha bazi” (literal translation: “boy play”), this illegal practice exploits street orphans and poor boys, some as young as 11, whose parents are paid to give over their sons to their new “masters.” The men dress the boys in women’s clothes and train them to sing and dance for the entertainment of themselves and their friends. According to experts, the dancing boys are used sexually by these powerful men.

In detailed conversations with several bacha bazi masters in northern Afghanistan and with the dancing boys they own, reporter Quraishi reveals a culture where wealthy Afghan men openly exploit some of the poorest, most vulnerable members of their society.

“What was so unnerving about the men I had met was not just their lack of concern for the damage their abuse was doing to the boys,” Quraishi says. “It was also their casualness with which they operated and the pride with which they showed me their boys, their friends, their world. They clearly believed that nothing they were doing was wrong.”

Under the guise of doing a documentary on similar practices in Europe, Quraishi gained the confidence of Dastager, a former mujahideen commander and wealthy businessman whose business interests include importing autos from the Far East. With Dastager as his guide, Quraishi takes viewers inside the world of bacha bazi, where prominent men compete to own and use the boys.

“I had a boy because every commander had a partner,” says Mestary, a former senior commander who is well connected with major Afghan warlords. “Among the commanders there is competition, and if I didn’t have one, then I could not compete with them.”

“I go to every province to have happiness and pleasure with boys,” says an Afghan man known as “The German,” who acts as a bacha bazi pimp, supplying boys to the men. “Some boys are not good for dancing, and they will be used for other purposes. … I mean for sodomy and other sexual activities.”

“It’s a disgusting practice. … It’s a form of slavery, taking a child, keeping him. It’s a form of sexual slavery,” says Radhika Coomaraswamy. U.N. special representative for Children and Armed Conflict. “The only way to stop bacha bazi is if you prosecute the people who commit the crime, and that’s what we need, because the laws are there in the books against this practice.”

In the documentary, Quraishi interviews local police officials who insist that men who participate in bacha bazi will be arrested and punished regardless of their wealth or powerful connections. Later that day, however, Quraishi’s cameras catch two officers from the same police department attending an illegal bacha bazi party.

“Many of the people who do this work for the government,” says Nazir Alimy, who compiled a report on bacha bazi for UNICEF. “They speak out against it but are abusers themselves. … I personally cannot mention any names because I am scared.”

Quraishi speaks with some dancing boys who fear they will be beaten or killed. “If they stray, they get killed,” says a 13-year-old dancing boy. “Sometimes fighting happens among the men who own the boys. If you don’t please them, they beat you, and people get killed.”

Quraishi also talks with the family of 15-year-old Hafiz, who reportedly was murdered after trying to escape from his master, a well-known drug baron and warlord. In Hafiz’s case, a suspect — the policeman who supplied the gun that killed Hafiz — was arrested and convicted. Sentenced to 16 years in prison, the officer was released after serving only a few months. Hafiz’s family says they suspect the boy’s former owner bribed local officials to win his release.

“If only these people were punished, this kind of thing wouldn’t happen,” Hafiz’s mother says. “Whoever commits these crimes doesn’t get punished. Power is power.”

The program will conclude with a detailed update of attempts to arrange the rescue of one of the dancing boys profiled in the film, an 11-year-old boy bought by Dastager from an impoverished rural family. It is a dramatic final chapter, full of new shocks and surprises, and, in the end, provides a measure of justice for the boy and his master.

Mein Co-Moderator bei Facebook schreibt:

Elijah 24, Student/Rapper, Hannover

Die Kinder sind Säulen eines Landes, sie tragen die Zukunft eines Landes. Eine Gesellschaft kann man daran messen, wie sie ihre Kinder behandelt.  In Afghanistan wurde den Kindern ihre Kindheit gestohlen. Es war nicht nur der Krieg, sondern auch die Armut und „Menschen“, die ihre Armut ausgenutzt haben. „Batcha Bazi“, ist nicht nur pervers und krank, sondern es verstößt gegen unsere Religion und Kultur. Es verstößt gegen die Menschlichkeit. Die afghanische Gesellschaft muss das Thema enttabuisieren und ihre Schweigen brechen. Das Volk muss sensibilisiert werden und eine Verantwortungsgefühl entwickeln. Wir alle sind alle davon betroffen auch wenn nicht direkt. Diese Kinder könnten unsere kleinen Brüder sein oder unsere Söhne. Das Opfer der Armut darf nicht die Menschlichkeit sein.  Die Kinder haben immer Priorität und wir dürfen nicht zulassen, dass solche kranke Praktiken zu einem Teil unserer Kultur werden. Die betroffene Kinder, meist Jungen zwischen 10 und 16 Jahre können nicht ihre Stimme heben und für sich kämpfen aber wir haben die Möglichkeiten und müssen unsere Stimmen diesen Kindern geben und für sie sprechen. Wir müssen für sie kämpfen und für ihre Grundrechte und für ein besseres Afghanistan.

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2 Responses to “ Skandal: Batcha Bazi – Knabenspiele in Afghanistan… ”

  1. Laila on 08/01/2011 at 19:01

    Ich habe mir, obwohl ich echt mit mir selbst kämpfen musste, die gesamte Doku angesehen. Das Menschen zu sowas fähig sind.. Und sowas auch noch rechtfertigen.. Unglaublich. Es macht einen wütend und traurig zugleich.. Aber ich möchte betonen das man die Dinge die in Afghanistan passieren, nicht auf die Nationalität und oder Religion beziehen sollte. Es ist einfach eine Religion zu beschuldigen – sie kann sich ja nicht wehren. .Menschen tun diese Dinge.. Völlig gleich welchen Stempel sie im Pass tragen..

    Religion verbietet sowas. Sowas gibt es bei Juden, Christen ja selbst bei Atheisten. In jeder Nationalität.. Viele zeigen mit dem Finger auf die Menschen dort.. Aber man sollte auch in den eigenen Reihen kehren. Hierzulande wird das Opfer meist zum Täter gemacht und der Täter zum Opfer .. Ja selbst Raubkopierer werden oft vergleichsweise härter bestraft als ein Kinderschänder o. Triebtäter. Wir sollten schon objektiv bleiben. Das Ziel nicht aus den Augen verlieren.

    Eigentlich wollen wir ja alle das selbe. Frieden. Sicherheit. Für uns. Unsere Kinder. Nicht mehr nicht weniger. Ich wünsche mir das unseren Worten Taten Folgen. Denn von Worten allein werden die Menschen dort auch nicht satt, nicht gesund und die Bildung wird dadurch auch nicht gefördert .. Wir alle können unseren Beitrag leisten – sei er auch noch so klein..

    Lieber kleine Schritte als keine Schritte.. Wir dürfen nicht wegsehen.. Diese Menschen, und vor allem die Kinder brauchen uns. Sie sind die Zukunft..

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