Wikileaks enthüllt: Die geheimen Afghanistan Protokolle…?

26/07/2010
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Bei dieser Geschichte müssen Sie sehr sehr viel lesen: Das gab es noch nie. Fast 92.000 US-Dokumente über den Afghanistan-Krieg sind an die Öffentlichkeit gelangt. SPIEGEL, “New York Times” und “Guardian” haben die überwiegend geheimen Papiere analysiert. Sie enthüllen die wahre Dimension des westlichen Militäreinsatzes – und Probleme der Bundeswehr – wikileaks.org (oder hier)  hat  Original-Meldungen aus dem Afghanistan-Krieg vorab den oben genannten Blättern zur Verfügung gestellt. Hier nun der Spiegel-Artikel:

Die Naivität der Deutschen: Wachsende Probleme im Norden

Die neu aufgetauchten Dokumente enthalten keine Informationen über Gewaltexzesse gegenüber Zivilisten oder illegale Geheimoperationen, an denen die deutschen Truppen in Afghanistan beteiligt gewesen wären. Dennoch sind sie verheerend. Denn die deutsche Armee stolperte naiv in den Konflikt.

Die Deutschen hatten gedacht, dass die Nordprovinzen, wo ihre Soldaten stationiert waren, vergleichsweise ruhig bleiben würden. Doch schon Ende 2005 verstärkte sich dort durch Geldzahlungen sowie Drohungen der Widerstand gegen die internationale Truppenpräsenz. Der Warlord Gulbuddin Hekmatjar stachelte etwa die Kampfeslust seiner Gefolgsleute durch 100.000 bis 500.000 Afghanis an (2000 bis 10.000 Dollar), die an jeden Gruppenführer verteilt wurden. Hekmatjars Appelle und Geldspenden sind sorgsam in den Dokumenten festgehalten.


In dem am Anfang des Einsatzes von Bundeswehrsoldaten noch als “Bad Kunduz” verspotteten Städtchen im Norden, wo viele deutsche Soldaten stationiert sind, ist es mit der Ruhe seit geraumer Zeit vorbei – spätestens seit dem 19. Mai 2007. Damals wollten drei deutsche Soldaten auf einem Markt in der Stadt Kühlschränke kaufen. Ein Selbstmordattentäter zündete seine tödliche Ladung in ihrer Nähe. Außer den Bundeswehrangehörigen starben noch acht afghanische Zivilisten. Es war der erste gezielte tödliche Angriff gegen deutsche Soldaten in der Region. Das Gefühl des ständigen Belagerungszustands scheint berechtigt. Die jetzt bekannt gewordenen Dokumente enthalten vor allem sogenannte “Threat Reports”, Tausende Bedrohungsszenarien und konkrete Warnungen vor bevorstehenden Anschlägen. Aus den Meldungen geht anschaulicher als aus den Informationen der Bundesregierung an den Bundestag hervor, dass die Sicherheitslage im Norden Afghanistans immer schlechter wird. Ständig werden Polizei-Checkpoints überfallen und beschossen, Patrouillen geraten in tödliche Hinterhalte, Straßenbomben explodieren. (mehr auf spiegel.de/newyorktimes.com/guardian.co.uk)

The Guardian stellt eine Exel-Datei mit den besonderen Vorfällen zum Download zur Verfügung – inkl. Zeit- und Ortsangaben.

...oder über diese Kartenanimation auf der Webpage vom Guardian. Einfach das Bild anklicken, dann landen Sie automatisch auf der Seite.

Der pakistanische Geheimdienst Directorate for Inter-Services Intelligence (ISI) hat die Taliban mit aufgebaut – und gefördert, als nach dem Abzug der Sowjets Afghanistan im Bruderkrieg der siegreichen Mudschahidin versank. Trotz aller Beteuerungen pakistanischer Politiker, die alten Verbindungen seien gekappt, betreibt das Land weiter eine doppelbödige Politik. Es ist Verbündeter der USA und Helfer ihrer Feinde.

Dafür scheint es nun viele neue Belege zu geben. In den Dokumenten wird deutlich, dass der pakistanische Geheimdienst der vermutlich wichtigste außerafghanische Helfer der Taliban ist. Der Krieg gegen die afghanischen Sicherheitskräfte, die USA und ihre Isaf-Verbündeten wird noch immer aus Pakistan heraus geführt.

Das Land bietet den Rückzugsraum für alle feindlichen Kräfte und ist deren Aufmarschbasis. Über die pakistanisch-afghanische Grenze strömen die neuen Rekruten der Taliban, darunter gefürchtete ausländische Kämpfer, zu denen inzwischen auch Islamisten aus Europa gehören.

Laut dem Logbuch des Afghanistan-Kriegs sind ISI-Abgesandte dabei, wenn sich Kommandeure der Aufständischen zum Kriegsrat treffen, und geben sogar präzise Mordbefehle. Etwa gegen den afghanischen Präsidenten Hamid Karzai. Am 21. August 2008 zum Beispiel. In einer festgehaltenen Warnung heißt es lapidar: “Colonel Mohammad Yusef vom ISI hat den Talib Maulawi Izzatullah angewiesen, dafür zu sorgen, dass Karzai ermordet wird.”

Eine Sonderrolle spielt in den ISI-Dokumenten der ehemalige pakistanische Geheimdienst-Chef Hamid Gul. Gegenüber westlichen Medien zeigte sich Gul nach seinem Ausscheiden als eine Art Propagandist der Taliban. Und auch in den jetzt vorliegenden Dokumenten taucht er als wichtiger Helfer auf, einmal gar als “ein Anführer” der Taliban. In einem Bedrohungsbericht vom 14. Januar 2008 wird behauptet, er habe die geplante Entführung von Uno-Mitarbeitern auf dem Highway Nr. 1 zwischen Kabul und Dschalalabad koordiniert. (mehr auf spiegel.de)

Analyse der New York Times:
“Over all, the documents do not contradict official accounts of the war. But in some cases the documents show that the American military made
misleading public statements …”

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37 Responses to Wikileaks enthüllt: Die geheimen Afghanistan Protokolle…?

  1. Boris Barschow on 26/07/2010 at 12:05
  2. Boris Barschow on 26/07/2010 at 15:56

    Thomas Wiegold erwähnt auf Facebook:

    “Ich hatte es gestern schon erwähnt: Die auffälligste (wichtigste?) neue Einzelinformation aus den Wikileaks War Logs ist der Hinweis auf Luftabwehrraketen in der Hand der Aufständischen. Der “Guardian” sieht das ähnlich und hat einen Fall aufgegriffen:

    http://www.guardian.co.uk/world/2010/jul/25/afghanistan-taliban-missile-strike-chinook

  3. SiPol on 26/07/2010 at 16:49

    Ich sehe den Spiegel-Beitrag eher kritisch: http://weblog-sicherheitspolitik.info/2010/07/26/afghanistan-dokumente-bei-wikileaks-kommentar-zum-spiegel-artikel/
    Die von Herr Wiegold herausgestellte Information über den Einsatz von MANPADS durch die Aufständischen ist fast schon alles, was hier an relevanten neuen Infos präsentiert wurde und sich unter einem Berg von selektiver Wahrnehmung und Polemik verbirgt.

  4. Boris Barschow on 26/07/2010 at 18:39

    Zig tausende Dokumente zu lesen – und das in einer Nacht – erachte ich als unmöglich. Die Originalartikel der drei genannten Medien sind da noch sehr übersichtlich. Von den allgemeinen Analysen, die heute im Netz erscheinen, halte ich mich zurück, weil ich – und das sollten wir uns alle zugestehen – wir zu wenig punktgenau im Thema sind. Begründung:

    a) sind wir alle viel zu weit weg vom Geschehen

    b) können die wir die Quellenlage ansich nicht beurteilen

    c) sind wir alle nicht in die militärische Gesamtlage involviert und können einzelne aus dem Zusammenhang gerissene Einzelereignisse nicht wirklich einschätzen

    d) jedwegliche Analaysen sind gefühltes Wissen und Vermutungen

    Wenn solche “Medienereignisse” wie gestern passieren, darf man sie halt nicht links liegen lassen, sondern muss sie zumindest mal erwähnen. Jedem Leser bleibt überlassen, die tausenden Dokumente zu lesen und sich seine eigene Meinung zu bilden. Jetzt sind die “Quellen” ja zumindest offen. Ich möchte mir nicht anmassen, diese zu bewerten, weil das Stochern im Nebel wäre. Wenn etwas hängen bleibt, dann die Erkenntnis, dass “vieles” schon unausgesprochen bekannt war und nun irgendwie “Hand und Fuss” zu haben scheint. Beispielsweise die Bemerkungen der NYT:

    “Over all, the documents do not contradict official accounts of the war. But in some cases the documents show that the American military made misleading public statements …”

    Bemerkenswert finde ich allerdings, wie es zu diesem “Geheimnisverrat” kommen konnte und warum immer bestimmte Medien die Exklusivinformationen erhalten, wie SiPol in seinem o.g. Post bemerkte. Hinter jeder Handlung steht eine Absicht. Und ein weiser General sagte mir einmal:

    “Was immer man auch tut (auch im Leben ansich), sollte man sich immer überlegen, was man mit seinem Handeln auslöst und vorallem sollte man sich jedes mal fragen, was man damit erreichen möchte.”

    Und genau so sehe ich das auch mit der Veröffentlichung dieser “geheimen” Unterlagen. Irgendwie sehe ich da eine “Absicht”. Was erreicht “man” mit diesen “skandalösen” Geschichten? Eigentlich nur Verwirrung, oder? Mutmassungen bestenfalls. Wer soll eigentlich wem noch was glauben? Verwirrungstaktik? Wer hätten einen Nutzen dabei? Vorallem: wer ist der Ursprungsinformant dieser Dokumente? Er oder sie kann ja nur aus den NATO/ISAF-Reihen kommen. Ähnlich lagert es sich auch bei dem Bombadierungs-Video der Drohne vom 4. September 2009 bei Kundus. So ein Video kann doch nur unter bestimmten Absichten “herausgegeben” worden sein. Ein “funktionierender” Soldat würde soetwas nie tun. Es sei denn, in der Truppe würde sich allgemeines Unverständnis über einen laufenden Einsatz breit machen. Mutmassungen einiger internationaler Soldaten, General McChrystal hätte diese Unterlagen an Wikileaks lanciert, weil er bestimmte “Anforderungen” nicht erfüllt bekommen habe (so wird es zumindest von einigen Menschen im Einsatzland “kolportiert” und würde so unter Soldaten erzählt…- “und deswegen sei er gefeuert worden”)kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Sie sehen, es wird viel im Nebel herumgestochert. Natürlich ist es Aufgabe der Medien, Licht ins Dunkle zu bringen. Doch die Veröffentlichung NATO-interner Dokumente ansich, ist noch keine Sensation. Und unsere investigativen Journalisten in ihren Heimatredaktionen sind noch weiter vom Geschehen entfernt als manch ein Blogleser hier.

    Da wundert es auch nicht, dass nach einer solchen Geschichte von gestern, dass Weiße Haus verärgert reagiert. Klar müssen es die Veröffentlichungen verurteilen – was auch sonst????! Und dass “Geheiminformationen” die Bündnispartner gefährdeten irgendwie auch ;-) Diese Reaktion nur ein natürlicher Reflex. Und dass unser Aussenminister diese Enthüllungen nun prüfen wolle, bleibt erst einmal abzuwarten (schöne Floskel, gell? ;-)Auf diese Transparenz in unserer politischen Landschaft dürfen wir wohl noch lange warten.

    Lange Rede gar kein Sinn ;-) Eben noch einen interessanten Link entdeckt. Hier lesen Sie wie andere diese “Enthüllungen” für sich bewerten:

    http://www.indiskretionehrensache.de/2010/07/afghanistan-protokolle-spiegel/#more-4375

    Erster Satz: “Heute Nacht hat sich der Journalismus verändert – für immer”.

    In der Tat, dass hat er schon lange, nur haben es noch nicht viele bemerkt!!! Natürlich hätte ich die Erwähnung dieser Wikileaks-Story einfach ignorieren können – aber gemäß alter Blogtradition gehört es zu diesem Blog (in erster Linie) auch, die Berichterstattung über den AFG-Einsatz kritisch zu beäugen. Und darin sind wir hier ganz groß ;-) Sonst würde es dieses Blog nicht schon seit fast drei Jahren geben.

    Also liebe Leserinnen und Leser: Feuer frei, ich bin auf Ihre Meinung gespannt…

  5. SiPol on 26/07/2010 at 20:22

    @Boris Barschow
    “a) sind wir alle viel zu weit weg vom Geschehen
    b) können die wir die Quellenlage ansich nicht beurteilen
    c) sind wir alle nicht in die militärische Gesamtlage involviert und können einzelne aus dem Zusammenhang gerissene Einzelereignisse nicht wirklich einschätzen
    d) jedwegliche Analaysen sind gefühltes Wissen und Vermutungen”

    Ich wäre mir da nicht so sicher. Ich vermute, dass einige Ihrer Leser (und Sie doch vermutlich auch) nahe am Geschehen sind oder waren, die Lage und auch die Quellen (allgemein oder speziell) kennen, möglicherweise einige der veröffentlichten Dokumente selbst verfasst haben und ihre Analysen durchaus nicht nur auf Vermutungen gründen.

    Was Indiskretionen angeht: Beim Kunduz-Vorfall gab es offenbar mehrere Fraktionen innerhalb des BMVG, die sich gegenseitig mit selektiven Indiskretionen bekämpft haben. Ich würde nicht ausschließen, das eine davon den “Feldjäger-Bericht” an WikiLeaks weitergegeben hat. Unter Jung war das Ministerium so leck wie die Titanic.

    Auch wenn ich die Veröffentlichung der Dokumente als Geheimnisverrat ablehne, so halte ich die Folgen für nicht allzu gravierend. Taktisch bieten die mittlerweile veralteten Informationen dem Feind wohl keinen Vorteil mehr, und ein Rufschaden ergibt sich auch nicht. Der “Spiegel” hat ja angestrengt genug nach Skandalfutter gesucht und nichts gefunden, weshalb er Gebauer mit ein paar Spekulationen und der üblichen Rhetorik nachhelfen musste.

    • Boris Barschow on 26/07/2010 at 20:57

      Sagen wir mal so: ein Journalist sollte am Ort des Geschehens recherchieren. Nur, was er selber gesehen, gerochen, geschmeckt und gefühlt hat, kann er in letzter Instanz bewerten und versuchen, glaubhaft zu kommunizieren. Das können in diesem Fall nicht viele!! Selbst nicht die von NYT, Guardian und Spiegel – behaupte ich. Doch selbst derjenige, der dazu in der Lage ist, ist von subjektiver Wahrnehmung andererseits geprägt. Ein Soldat kennt Verfahren, Vorgehensweisen im Einsatz…manche ändern sich schnell, andere nicht – auch klar…doch halte ich es für mich so: gerade, weil sich vieles ändert im Einsatz, ist es schwierig, Dinge zu bewerten, wenn man schon lange wieder raus ist und in andere Lagen nicht involviert war oder ist. Im Grunde genommen kann ich nur wieder meine uralte lang gepredigte Kritik an- oder aufbringen: 90% aller Journalisten sind nicht annähernd in der Lage, die Umstände in einem solchen Einsatz überhaupt nur ansatzweise “richtig” zu analysieren, weil sie WEIT weg vom Geschehen sind oder sich noch nicht einmal trauen, ohne Pressebegleitung und schwerem Schutz überhaupt das Feldalger zu verlassen. Wie sollen sie dann in der Lage sein, solche Dokumente zu bewerten. Ich warim Einsatz in ganz anderen Angelegenheiten enagiert, die völlig im Gegensatz zu den in den geschilderten Dokumenten stehen. Dennoch und gerade deshalb wären deshalb “Bewertungen” unseriös. Klar, denke ich mir in meinem Hinterköpfchen auch so die einen oder anderen Dinge zusammen. Aber diese Spekulationen wären nicht professionell, sondern auch nur ein Stochern im Nebel – eben weil man WEIT weg vom Geschehen ist. Im Grunde genommen, wird mit solchen Veröffentlichungen auch nur Politik gemacht…reduzieren wir es mal ganz banal auf Einsatzgegner und Befürworter…und die gibt es eben auch unter den Journalisten. So könnte das auch Ihren Ansatz unterstützen, warum die Dokumente ausgerechnet an diese drei Medien gegangen sind. Zivile Opfer…schrecklich…ja…zugeben will das niemand gerne, verständlich, macht auch kein gutes Bild von einem “gutgemeinten” Einsatz der vernetzten Sicherheit. So schlimm das für die betroffenen Opfer auch ist: dort, wo geschossen wird, sterben auch Menschen…auch Zivilisten. Unterm Strich spielt diese Geschichte wieder ins Propaganda-Horn der Insurgents, die missbrauchen das wieder für ihre Propaganda und manch ein unentschlossener Afghane haut dann doch lieber einem ISAF-Soldaten eines auf die Mütze. Eines wird mir während dieser Zeilen wieder klar: die Informationspolitik mancher ISAF-Nationen hat uns in dieses Gesamtdesasters geführt. Hätte man (hätte, hätte hätte…) schon von Anfang an mit offenen Karten gespielt, täten wir uns (hierzulande) jetzt nicht in diesem gesellschaftspolitischen Einsatzwahrnehmungsdesaster befinden. Jetzt sehen viele Parteien ihre neuen Chancen, andere sehen ihre Felle wegschwimmen. Das ist der Skandal, weil er auf dem Rücken von Soldaten geführt wird, die mittlwereile (auch) fallen (können)….Und was sich hier bewerte und was nicht, das ergibt sich schon allein aus meiner gewissen “Doppelrolle”…und die kann ich immer noch gut trennen, obwohl das viele immer noch nicht verstehen wollen….!!!!! ;-) Und was die Spitzfindigkeiten im BMVG angeht, ist nach mal eine ganz andere Geschichte…;-)

  6. SiPol on 26/07/2010 at 21:05

    @Boris Barschow:
    “90% aller Journalisten sind nicht annähernd in der Lage, die Umstände in einem solchen Einsatz überhaupt nur ansatzweise “richtig” zu analysieren, weil sie WEIT weg vom Geschehen sind oder sich noch nicht einmal trauen, ohne Pressebegleitung und schwerem Schutz überhaupt das Feldalger zu verlassen.”

    Da bin ich vollkommen Ihrer Meinung. Müsste bei den folgenden Feststellungen das Wort “WIR” nicht durch “DIE” oder “DIE ALLERMEISTEN JOURNALISTEN” ersetzt werden? Das Wort “WIR” würde ja auch Ihre Leser einschließen, von denen ich von einigen weiß, dass sie den kritisierten Journalisten viel an Ortskenntnis und Urteilsvermögen voraus haben.

    “a) sind wir alle viel zu weit weg vom Geschehen
    b) können die wir die Quellenlage ansich nicht beurteilen
    c) sind wir alle nicht in die militärische Gesamtlage involviert und können einzelne aus dem Zusammenhang gerissene Einzelereignisse nicht wirklich einschätzen
    d) jedwegliche Analaysen sind gefühltes Wissen und Vermutungen”

    Es gibt übrigens ca. eine handvoll Journalisten in Deutschland, die ich von dieser Kritik ausnehmen würde, allen voran Böge und Koelbl.

  7. Camerad on 26/07/2010 at 21:22

    Kann es sein dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht?
    ein Dinge gehen deutlich hervor
    Die Anzahl der taliban Aktionen nimmt kräftig non-linear zu. Damit auch die Opferzahlen. Die Anzahl der Sprengsätze ähnlich – da wirds einem richtig anders.

    Dann es gibt nicht nur die Taliban – Afghanistan ist nicht schwarzweiss wie die insider hier wissen sondern eher undurchsichtig grau. Es gibt neben den Taliban auch starke militärische Kräfte wie war-lords und oder drogen-dealer und und…

    Sorry : mein Eindruck ist dass wir auf einem Pulverfass sitzen. Und da helfen uns die 4000 Mann die wir da oben haben auch nicht weiter von denen ca. 2000 Offiziere sind, ca. 1500 Administration + Infrastruktur und wenns denn hoch geht 500 Kämpfer;

    Dann scheint dass wir noch einen Schattenkrieg gegen Pakistan führen die noch viel Luft haben und wir haben immer noch keine Exit-strategie wenns zu heiss wird.

    Für mich kocht dass ganze auf eine kritische Temperatur und dann knallt es ordentlich und wir werden nicht nur den Tod zig-Deutscher Soldaten bedauern müssen sondern vielleicht hunderter oder tausender.

    Es wird dringend Zeit neben all den schönen plänen mal einen Blick auf die Realität zu nehmen und den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Es ist die Büxe der Pandorra
    und auch die amis mussten schon reis aus nehmen .- siehe Vietnam …
    wenn da ein grosser Bruder im Hintergrund mitmischt.

    Sorry jetzt Schluss mit all dieser Naivität und raus hier!!

    /Camerad

    • Boris Barschow on 26/07/2010 at 21:36

      I totally agree…doch all das ist doch schon lange bekannt und kein Geheimnis mehr…oder?

      • Camerad on 26/07/2010 at 21:42

        und warum diskutieren wir hier noch??
        es muss was passieren!!!
        nix für ungut
        /Camerad

        • Boris Barschow on 26/07/2010 at 21:46

          Eben!!!! Aber was???? Dann soll mal jemand etwas auf die Beine stellen!!!! Selbst Gregor Gysi meinte im Blog iPhone Interview: “Demos bringen nichts mehr, deshalb geht heute niemand mehr auf die Strasse.” Vielleicht sollte sich die Gesellschaft auch mal für den Petiotionsantrag vom Bedler Blog interesieren…auch da kein grossen Engagement…Für meinen Teil kann ich hier nur weiter anregen und probieren, die Menschen zu interessieren……Hätten Sie eine gute Idee?

          • Camerad on 26/07/2010 at 21:49

            Bitte fragen Sie mich nicht sonst fällt mir was verrücktes ein – ;-)

          • Camerad on 26/07/2010 at 21:55

            Es müsste eine spektakuläre Aktion sein – ich meine damit aber nicht etwas fahrlässiges oder gewalttätiges – möchte ich gleich mal klar stellen. aber was spektakuläres.

            Ich schlaf mal drüber –
            /Camerad

          • Camerad on 29/07/2010 at 07:12

            Man muss den Krieg zum Parlament bringen …
            Die Politiker dort haben verständlicher Weise Probleme mit dem Nähe zum thema – also muss die Aktion vor deren Tür …
            ich meine damit Aktionen vor dem Reichstag oder dem Kanzleramt;

            Es muss sehr plakativ sein – nicht zu übersehen. Eine Idee wäre das jeder 10 Holzkreuze in weiss mitbringt – die kann man ja selber basteln – wenn 20 dann kommen hätten wir schon 200 davon und die einfach vor dem Parlament in den Rasen stecken so wie man es bei Kriegsgräbern gewohnt ist;

            Andere Idee – man stellt so ne Szene dar wo Soldaten von einer Autobombe erwischt wurden – sicher schwieriger …

            Wer jetzt lästert der soll gefälligst mit was besseren kommen.
            Ich kann da bei so einer Aktion nur für meine Bedenken eintreten und verstehe mich da nicht als Stimme der Kameraden unten – ich hab die Wahrheit auch nicht mit Löffeln gefressen – da mag es ja sehr verschiedene Einstellungen geben die ich respektiere;

            /Camerad

  8. Camerad on 26/07/2010 at 21:28

    Auf der anderen Seit – ehrlich diese WikeLeaks dingsda ist mir auch nicht ganz geheuer -warum? weil höchst sensible Informationen auch Macht bedeuten – und da kann einer ja nett meinen anderen mächtigen in die Suppe spucken zu wollen aber ist er nicht dann auch schon mit im Spiel der Mächtigen?
    die menschliche Seele hat einfach zu viel dunkle Neigungen um nicht Macht in irgendeiner Weise missbrauchen zu wollen

    /Camerad

  9. SiPol on 26/07/2010 at 21:32

    @Camerad
    “Für mich kocht dass ganze auf eine kritische Temperatur und dann knallt es ordentlich und wir werden nicht nur den Tod zig-Deutscher Soldaten bedauern müssen sondern vielleicht hunderter oder tausender.”

    Machen Sie sich diesnbezüglich keine Sorgen. Die paar hundert Aufständischen im Norden sind zu so einem Horrorszenar nicht in der Lage.

    • Camerad on 26/07/2010 at 21:46

      Die Chaos-theorie besagt dass ein Schmetterlingsschlag einen Wirbelsturm auslösen kann. Stimmt -sehr blumig – Es braucht nicht viele um dieses Land zu destabilisieren meine ich und dann brauchen wir mit dem Zählen nicht mehr anfangen wenn die Stimmung kippt. -> Pulverfass
      /Camerad

  10. Camerad on 26/07/2010 at 21:41

    @SiPol

    ich hoffe dass Sie recht haben …
    /Camerad

  11. Aron Sperber on 26/07/2010 at 22:46

    über einen Zusammenhang zwischen Musharrafs Absetzung und dem steilen Anstieg der Taliban-Morderfolge, konnte man in NY Times, Guardian oder Spiegel natürlich kein Wort lesen:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2008/08/07/musharraf-mag-man-nicht/

  12. Boris Barschow on 26/07/2010 at 23:01

    Hier die Fleissarbeit von Thomas Wiegold zur heutigen BPK in Berlin zum Thema WikiLeaks & BW:

    Zur Dokumentation: Die Aussagen des stellvertretenden Sprechers des Bundesverteidigungsministeriums, Kapitän z.S. Christian Dienst, am heutigen
    Montag vor der Bundespressekonferenz in Berlin zu möglichen Auswirkungen der Wikileaks War Logs auf den deutschen Einsatz in Afghanistan:

    mehr hier:

    http://www.facebook.com/notes/augen-geradeaus/wikileaks-und-die-bundeswehr/10150234483850352

    Falls Sie bei obigem Link nicht bei Facebook reinkommen, erlaube ich mir hier ein kollegiales Copy & Paste:

    FRAGE: Ich habe auch eine Frage zu Afghanistan. Welche Auswirkungen hat nach Einschätzung der Bundesregierung die Veröffentlichung von tausenden US-Geheimdokumenten über den Afghanistan-Einsatz für die Militärmission in Afghanistan insgesamt und auch für den Einsatz der Bundeswehr?

    DIENST: Es ist grundsätzlich so, dass die Erlangung und die Offenlegung von eingestuften und teilweise geheimen Unterlagen in derartiger Weise durchaus ein äußerst bemerkenswerter Vorgang ist, da hier vor allem die nationale Sicherheit des größten Alliierten und die Sicherheit der NATO-Operation insgesamt berührt sein können.

    Wir selbst prüfen die unzähligen Dokumente, um bewerten zu können, ob unsere Sicherheitsinteressen ebenfalls beeinträchtig sein könnten. Für uns ergibt sich aus dem, was in der Presse dargestellt ist, zunächst im Sinne des Nachrichtenwertes nichts Neues. Wir arbeiten in Afghanistan mit den US-Verbündeten ausgezeichnet zusammen. Diese Arbeit ist von gegenseitigem Respekt geprägt. Diese Zusammenarbeit hat sich gerade in den letzten Monaten noch einmal spürbar verbessert. Wir ergänzen uns in Afghanistan und wir ersetzen uns nicht.

    Zum Einsatz der Spezialkräfte und der speziellen Facette der „Joint Prioritized Effects List“ (JPEL) wird das Parlament laufend informiert. In dieser Liste befinden sich die im NATO- und ISAF-Rahmen abgestimmten Aufständischen, die es festzusetzen gilt.

    FRAGE: Herr Dienst, gehört zu dieser ausgezeichneten Zusammenarbeit beispielsweise auch eine deutsche Assistenz für die Tätigkeit dieser Taskforce 373, also für das gezielte Töten, präventiv begründet beispielweise durch Gebrauch von deutschen Tornado-Piloten und den Experten angelieferten Bildern etc.? Kann man sich das so vorstellen? Oder ginge Ihnen eine solche Offenlegung zu weit?

    DIENST: Die Diktion, die sie mir in Ihrer Frage unterlegen, Herr Nehls, weise ich auf das Schärfste zurück. Die Liste dient, wie ich es schon sagte, dem Festsetzen von Aufständischen. Unsere Spezialkräfte arbeiten in diesem Sinne mit den afghanischen Autoritäten vor Ort zusammen. Das ist Ihnen auch bekannt.

    FRAGE: Herr Dienst, eine Aussage, die sich in vielen Dokumenten finden lässt, ist, dass Deutschland zumindest in der Anfangsphase angeblich aus US-Sicht ziemlich blauäugig nach Afghanistan gegangen ist und die Sicherheitslage gravierend unterschätzt hat. Sie sagen jetzt, dass das für Sie nichts Neues ist. Bedeutet das, dass Sie das auch so sehen? Oder würden Sie dem widersprechen?

    DIENST: Ich betonte, dass der Nachrichtenwert nichts Neues ist. Wenn man die Nachrichten verfolgt, ist alles auch das, was Sie eben gesagt haben durchaus schon irgendwann einmal gesagt und zur Kenntnis genommen worden.

    Es gibt zum Beispiel ehemalige Verteidigungsminister, die eine Stellungnahme in der Presse abgegeben haben, wie sie die Lage heute im Vergleich zu dem einschätzen, was sie damals vor Augen hatten, als wir in den Norden Afghanistans hineingegangen sind. Das geht bis hin zu der Frage der Ausrüstung, die wir gerade hier am Freitag diskutiert hatten, dass eben auch die Ausrüstung heute eine ganz andere ist als die, die wir hatten, als wir in den Afghanistan-Einsatz gegangen sind.

    Das sind alles Belege dafür, dass sich die Lage natürlich dynamisch entwickelt, wie man so schön sagt. Das heißt: Die Zustände, die wir heute im Norden Afghanistans haben, vor allem im Bereich Kundus, sind mit Sicherheit nicht mehr die, unter denen wir nach Afghanistan gegangen sind.

    FRAGE: Herr Kapitän Dienst, sind die Darstellungen richtig, dass die amerikanischen Spezialkräfte auch im Bereich des RC North sozusagen auf eigene Faust oder ohne Rücksprache mit dem deutschen Kommando und den deutschen Alliierten operieren, wenn es um diese „capture or kill“-Einsätze geht?

    DIENST: Diese amerikanische Taskforce, von der hier die Rede ist, die sich mit dem Thema beschäftigt und über die das Parlament mehrfach gebrieft worden ist, operiert im Norden. Bei allen Operationen im Einsatzgebiet oder Verantwortungsbereich der Deutschen ist die Koordination das vorherrschende Element der parallelen Einsatzführung.

    ZUSATZFRAGE: Können Sie mir den letzten Teil Ihrer Antwort bitte übersetzen?

    DIENST: Es ist durchaus in dem Bericht so niedergelegt: In dem Moment, wo solche Kräfte operieren, trifft man eben Koordinationsabsprachen, damit man sich in Anführungszeichen nicht mit den normal laufenden Operationen in die Quere kommt.

    ZUSATZFRAGE: Das bedeutet aber in der Praxis, es wird ein Bereich gesperrt, damit man sich nicht in die Quere kommt. Was die Amerikaner in diesem Bereich machen, ist aber nicht im Detail den deutschen Strukturen bekannt. Ist das so richtig?

    DIENST: Nun kann man sich über den Begriff „Detail“ streiten. Das werden wir hier nicht tun. Die Natur von Operationen von Spezialkräften ist eben, dass sie geheim ablaufen und dass die Informationen nur einem relativ kleinen Kreis zugänglich gemacht werden.

    ZUSATZFRAGE: Sind in diesem „kleinen Kreis“ auch deutsche Offiziere?

    DIENST: Ich sagte Ihnen, dass das vorherrschende Element die Koordination ist. Ich werde Ihnen hier nicht wiedergeben, was dieses Koordinationselement beinhaltet, sondern verweise Sie einfach darauf, dass das, was in der Presse dargestellt ist, mit Sicherheit nicht falsch ist.

    FRAGE: Herr Dienst, ist eigentlich das deutsche Parlament in den letzten Monaten dauerhaft darüber informiert worden, in welcher Weise diese Taskforce im RC North, also im deutschen Verantwortungsbereich, tätig geworden ist?

    DIENST: Es hat vor der parlamentarischen Sommerpause eine Unterrichtung der Obleute des Verteidigungs- und des Auswärtigen Ausschusses gegeben, an der ich selbst teilgenommen habe. Insofern kann ich Ihnen das bestätigen. Es ist so.

    FRAGE: Ich hätte gerne eine Einschätzung in Bezug darauf, welche Auswirkungen die Veröffentlichung dieser Dokumente auf die Amerikaner haben könnte, und zwar sowohl auf die amerikanische Regierung als auch auf das Pentagon.

    Herr Dienst, Sie sagten, unsere Dienste beschäftigen sich mit diesen Dokumenten, um zu prüfen, welche Auswirkungen das für unsere Kräfte haben könnte. Könnten Sie das etwas näher erläutern? Fahren sie Sonderschichten in den entsprechenden Abteilungen, um diese 20.000 Texte zu sondieren? Gibt es eine Deadline, wann sie fertig sein und darlegen müssen, ob dadurch besondere Gefährdungen ausgelöst werden?

    DIENST: Zu Ihrer letzten Frage: Wie ich Ihnen sagte, wird das im Rahmen des normalen Dienstbetriebes ausgewertet. Es werden keine Sonderschichten gefahren. Es wird auch niemand aus dem Urlaub geholt. Es ist so, dass wir uns durchaus auf die US-Bewertungen stützen. Die US-Bewertung hat allen voran der amerikanische Sicherheitsberater James Jones wiedergegeben. Was die amerikanischen Belange anbelangt, würde ich Sie gerne darauf verweisen.

    FRAGE: Herr Dienst, in den Dokumenten ist auch davon die Rede, dass die Zahl der Warnungen vor Taliban-Anschlägen im vergangenen Jahr im deutschen Verantwortungsbereich drastisch gestiegen ist. Können Sie uns dazu Zahlen nennen? Können Sie die Entwicklung in diesem Jahr beschreiben?

    DIENST: Zahlen kann ich Ihnen dazu nicht nennen, weil immer die Frage ist, aus welchen Kanälen man Warnungen erhält, ob man Warnungen durch die Zusammenarbeit mit den afghanischen Behörden vor Ort oder durch den einen oder anderen Nachrichtendienst oder über die Schiene des militärischen Nachrichtendienstes erhält. Das mag Ihnen die Bandbreite der Kanäle verdeutlichen. Zahlen hierzu kann ich Ihnen, wie gesagt, nicht nennen. Aber es ist natürlich so, dass es allein quantitativ einen deutlichen Anstieg gegeben hat, wie sich eben auch das gesamte Gefechtsgeschehen vor allem rund um Kundus entsprechend zum Negativen entwickelt hat.

    ZUSATZFRAGE : Wenn Sie sagen, dass es im vergangenen Jahr und auch in diesem Jahr einen eindeutigen Anstieg gegeben hat, können Sie dann etwas zu den tatsächlichen Anschlägen sagen? Kann man es daran messen?

    DIENST: Ich kann Ihnen das im Nachgang sagen. Wir bloggen die sicherheitsrelevanten Zwischenfälle, wie wir das nennen, durchaus mit. Ich würde gerne davon absehen, die Liste, die mir vorliegt, vorzulesen. Sie können Sie nachher bei mir einsehen. Das ist kein Geheimnis.

    FRAGE: Herr Dienst, gesetzt den Fall, dass die Prüfung, von der Sie gesprochen haben, ergibt, dass deutsche Sicherheitsinteressen berührt sind, was folgt daraus? Welche Konsequenzen sind dann zu erwarten?

    DIENST: Das werden wir dann sehen, wenn wir merken, in welcher Weise Sicherheitsinteressen wirklich berührt sind.

    ZUSATZFRAGE: Heißt das, dass sich irgendetwas in Afghanistan ändern muss? Geht es um Ermittlungen? Zu welchem Zweck prüfen Sie jetzt, ob deutsche Sicherheitsinteressen berührt sind?

    DIENST: Zu dem Zweck, ob deutsche Sicherheitsinteressen betroffen sind.

    ZUSATZ: Sie müssen nachher ja irgendetwas mit dieser Information anfangen.

    DIENST: Warten wir einmal ab. Vielleicht sind deutsche Sicherheitsinteressen überhaupt nicht betroffen.

    FRAGE: Wenn ich es über die Agenturen richtig verfolgt habe, hat James Jones heute Morgen schon gesagt, dass Operationen und die Sicherheit von ISAF-Truppen dadurch gefährdet werden können. Sie sagen, Sie stützen sich unter anderem auf US-Analysen. Insofern müssten Sie eigentlich jetzt schon vorläufige Schlussfolgerungen ziehen können, ob zum Beispiel in den Stützpunkten in Afghanistan die Sicherheitsvorkehrungen verschärft wurden, ob Patrouillen abgesagt wurden, ob die Operationsstrategie für die aktuellen Tage in irgendeiner Weise verändert worden ist.

    DIENST: Sie zitieren James Jones schon richtig im Konjunktiv mit dem Wort „können“. Ebenso habe ich mich eingangs in der Antwort auf die Frage eingelassen, dass man natürlich erst einmal schauen muss, ob es de facto auch so ist. Im Moment müssen wir einfach davon ausgehen, dass es so sein kann oder könnte. Dann ich wiederhole mich müssen wir sehen, was wirklich betroffen ist. Anhand dessen werden auch die Maßnahmen ausgerichtet. Im Moment hat sich an der Operationsführung in Afghanistan nichts geändert, was unseren Anteil betrifft.

  13. Daniel Lücking on 27/07/2010 at 07:47

    Erstaunlich offene Berichterstattung über nicht verfügbares Trainigsmaterial für Inst’ler vor Einsatzbeginn. Minister zu Guttenberg heute morgen in der Stunde ab 08:00 Uhr im ZDF-Morgenmagazin.

    Diese Kehrtwende in der Berichterstattung ist schon bemerkenswert – bildlich gesprochen: der Deckel, den man unter Jung auf dem brodelnden Kochtopf gehalten hat, ist abgesprengt und in die Luft geschossen – fragt sich nur, wem er beim herunterfallen auf den Kopf fällt. ;-)

  14. Klaus on 27/07/2010 at 09:35

    Erstaunlich, dass hier fast jeder schon lange alles und noch mehr darüber hinaus gewusst hat. Immer wieder wird geklagt und gejammert, dass die Gesellschaft ignorant ist und wenn dann schon fast ein “Massen-Medium” wie der SPIEGEL den “Lieschen Müllers” mal für jene sicherlich neue Betrachtungen ins Wohnzimmer bringt, wird drauf rumgehauen, eben von den “totalen Insidern”, evtl. alles Experten aus dem soldatischen Umfeld.
    Man kann interessierte Bürger auf diese Weise auch mit dem berühmten Klappspaten wieder ins Mauseloch verdrängen.

    Der, der alles und das vor allem viel besser weiß – frage mich zwar woher – aber lasst doch dem Bürger und den Medien, die sich noch bemühen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen, doch die Möglichkeit. Es ist wie beim Fernsehen – es gibt einen Knopf zum Ausschalten, Lesen muss ich “die alten Möhren” eben auch nicht, wenn ich sie schon kenne.
    Mir geht diese besserwisserische Überheblichkeit mit der man auf gewisse Leute in der Gesellschaft herunterschaut, die keine Zeit haben, sich den lieben langen Tag mit sicherheitspolitischen Fragen zu beschäftigen, weil sie nebenher noch ihre Brötchen verdienen müssen, so etwas von auf den Kittel. Vielleicht steckt aber auch hier System hinter und man will das Volk absichtlich dumm halten?

    • politisch inkorrekt on 27/07/2010 at 14:06

      Das Volk wird nicht dumm gehalten sondern es ist nicht interessiert. Das liegt einfach am persönlichen “nichtbetroffensein”. Wenn Medien wie der Spiegel aus einfachen Lagemeldungen einen Skandal machen wollen, dann ist das unseriös.

      Es ist nicht ehrenrührig informiert zu sein. Es gibt auch Soldaten ohne einen blassen Schimmer. Es ist immer eine Frage des persönlichen Interesse. Alle diese “neuen Fakten” sind bereits veröffentlicht wurden. Hier kommt kein Licht in ein “Dunkel”.

      Über die TF 373 hatte der Spiegel bereits selbst mehrfach geschrieben.

      Was ist ihnen denn wirklich neu? Was wussten sie noch nicht?

      Ja, ich schaue mit Verachtung auf “die ach so mündigen Bürger” wenn sie sich über längst bekanntes echauffieren, nur weil der Spiegel ruft: “Skandal!!!”. Besonders Oppositionspolitiker wie Ströbele und Arnold kommen jetzt wieder als ahnungslose Kirchenmäuse daher und die Menschen kaufen ihnen diese Rolle auch noch ab.

      pi

  15. Boris Barschow on 27/07/2010 at 12:18

    „Der ganze Vorgang amüsiert mich außerordentlich“

    Der Krieg gegen die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan verläuft schmutziger und gefährlicher als bislang bekannt. Die auf der Enthüllungs-Website Wikileaks veröffentlichten US-Militär-Dokumente zu Afghanistan sorgen für Diskussionsstoff. Nato-Kammandeur Egon Ramms, für den Nato-Einsatz in Afghanistan verantwortlich, ruft zu mehr Sorgfalt auf.

    Mehr dazu hier:
    http://www.handelsblatt.com/politik/international/geheimakten-der-ganze-vorgang-amuesiert-mich-ausserordentlich;2624662

  16. Boris Barschow on 27/07/2010 at 14:05

    SpOn-Chef Rüdiger Ditz zum Blogger-Bashing
    “Wir haben nicht so gut ausgesehen”

    Es war eine Sensation: Wikileaks hat drei Medien Geheimquellen über den Afhanistan-Krieg in bisher nicht gekanntem Umfang angeboten. Der Scoop von Spiegel, New York Times und Guardian ermöglicht auch einen Vergleich zwischen den Formen der Aufbereitung der Story im Internet. Und der fällt für Spiegel Online nicht schmeichelhaft aus. Blogs kritisieren die “armselige” Umsetzung. Spiegel-Online-Chefredakteur Rüdiger Ditz rechtfertigt sich gegenüber MEEDIA.

    http://meedia.de/nc/details-topstory/article/spon-chef-ditz-wir-haben-nicht-gut-ausgesehen_100029332.html

  17. Boris Barschow on 27/07/2010 at 15:26

    An Wikileaks scheidet sich die internationale Presse

    Die jüngsten Enthüllungen der Plattform polarisieren: Europas Zeitungen messen den Dokumenten viel Bedeutung bei. In den USA sieht man in ihnen wenig Neues.

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-07/presseschau-wikileaks-afghanistan

  18. Außen- und Sicherheitspolitik on 28/07/2010 at 10:40

    Viel Wirbel um nichts Neues:
    http://aussen-sicherheitspolitik.de/?p=2721

  19. Boris Barschow on 28/07/2010 at 23:42

    Nun, wenn es stimmt, was das auslandsjournal im ZDF gerade berichtete, dann stehen in den WikiLeaks Unterlagen offenbar auch die Namen afghanischer Informanten.

    Zirka 200 Tage würde es dauern, die zigtausenden Unterlage zumindest einmal durchzulesen, rechnete die ZDF Redaktion vor. Wiki hat den drei Medien einen Monat Zeit zur Sichtung der Dokumente gegeben und dann haben sie die Dokumente ins Netz hochgeladen…Die Gegenfrage wurde dann aber nicht beantwortet: warum haben sich die Medien denn nicht die Zeit genommen, die sie brauchen? haben sie sich unter Druck setzen lassen? Ist das Qualitätsjournalismus? Müssen andere anderen ersteinmal Investigativ-Futter liefern, damit sie überhaupt etwas zu berichten haben? Sehr fragwürdig, aber ich möchte mich hier nicht wiederholen…Wir dürfen gespannt sein, welche wirklichen Neuigkeiten noch so zu Tage getragen werden…

    @Klaus:

    Grundsätzlich gebe ich Ihnen Recht, doch ist diese Gesamtdebatte nicht eine Feinschmeckerdebatte? Klar braucht die Öffentlichkeit wahrheiten, aber AUCH menschen, die sie so analysieren und bewerten können, dass die “Liesschen Müllers” sie auch verstehen und einordnen können. Wenn das unterm Strich zu lasten von Menschenleben passiert, dann finde ich das nicht ok.

    Unterm Strich zeigt sich die reale Grausamkeit eines Krieges wie wir sie nur vermuten können. Um so schlimmer, dass unsere sog. Volksvertreter offenbar immer noch denken, uns mit stoischen Worthülsen ruhig stellen zu wollen…

  20. Boris Barschow on 29/07/2010 at 23:07

    War ER auch DER Informant des letzten Wikileaks Coups? Die Meldung ist schon vom 6. Juni (als Wikileaks das Helicopter Video veröffentlichte…damals kündigte Wiki noch weitere Dateien an). Wenn´s timmen sollte, sitzt der “Übeltäter” schon längst ein…weiss jemand mehr?

    http://www.wired.com/threatlevel/2010/06/leak/

  21. SiPol on 29/07/2010 at 23:39

    @Boris Barschow
    “Nun, wenn es stimmt, was das auslandsjournal im ZDF gerade berichtete, dann stehen in den WikiLeaks Unterlagen offenbar auch die Namen afghanischer Informanten.”

    Ja, es stimmt. Afghanische Namen sind zwar nicht so eindeutig, aber da oft auch das Dorf dabei steht, kann es für die Leute eng werden. Einige dieser Unterlagen habe ich übrigens auch auf der Guardian-Seite gesehen. So genau ist dann wohl doch nicht geprüft worden. Offenbar war es wichtiger, das Sommerloch irgendwie zu füllen, als auf das Leben unserer afghanischen Partner Rücksicht zu nehmen.

  22. SiPol on 30/07/2010 at 00:36

    @Boris Barschow:
    Der Verdacht gegen ihn erhärtet sich offenbar auch im aktuellen Fall: http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704532204575397141587756232.html

    • Boris Barschow on 30/07/2010 at 08:36

      ….mmmmhhh…? Wenn das stimmen sollte, dann kann ja diese Meldung widerum auch nicht stimmen. Gates will FBI auf Wikileaks ansetzen, um den “Übeltäter” ausfindig zu machen:

      http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-07/fbi-wikileaks

      • SiPol on 30/07/2010 at 15:59

        Es handelt sich ja nicht um einen Einzeltäter. Vor Gericht landen könnten z.B. auch Aktivisten von WikiLeaks, über die aber offenbar recht wenig bekannt ist. Hier läge wohl die Aufgäbe des FBI.

  23. Boris Barschow on 30/07/2010 at 13:57

    The Story Behind the Publication of WikiLeaks’s Afghanistan Logs

    http://www.cjr.org/campaign_desk/the_story_behind_the_publicati.php

  24. Boris Barschow on 02/08/2010 at 22:56

    Wikileaks droht mit mehr

    Die Veröffentlichung der Afghanistan-Papiere hat Wikileaks Ärger beschert. Nun scheint man mit einem noch verschlüsselten Dokument warnen zu wollen: Wir wissen noch mehr:

    http://www.golem.de/1008/76923.html

    • Boris Barschow on 03/08/2010 at 16:20

      …interessanterweise duerfen BWler sich keine Wikileaksdateien auf ihre Dienstrechner runterladen, weil sie dann unerlaubterweise eingestuftes Material auf ihren Rechnern haetten. Dies haette dann erhebliche Sicherheitsrisiken. Im Uebrigen macht sich dann auch theoretisch jeder Privatuser “strafbar”, der das tut. Er koennte ja gehackt werden ;-) aber die Insurgents koennen es ja nun auch direkt bei Wiki lesen. Sei es drum, das Kind ist in den Brunnen gefallen…

  25. Boris Barschow on 03/08/2010 at 17:25

    Politiker fordern Schließung von WikiLeaks

    Konservative Kreise fordern unverhüllt drastische Maßnahmen mit militärischen und geheimdienstlichen Mitteln. Möglicherweise sollen auch die Medien belangt werden. Das amerikanische Außenministerium will Kontakt mit Wikileaks aufnehmen:

    http://www.zdnet.de/news/digitale_wirtschaft_internet_ebusiness_us_politiker_fordern_schliessung_von_wikileaks_story-39002364-41535718-1.htm

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