Abschied vom Minimum – Ergebnisse aus Dresden

22/11/2010
By

Bei der diesjährigen Bundeswehrtagung in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden diskutierte die Bundeswehrführung über die Reform der Streitkräfte. Sogar die Kanzlerin war angereist, um den mehr als 300 Generalen und Admiralen, sowie unzähligen Spitzenbeamten, die gewünschten Reformschritte zu erläutern und natürlich um für Verständnis zu werben.

Das in der Presse immer wieder propagierte Ziel der Reform, die Einsparung von Milliardenbeträgen, trat bei dieser Tagung und der Berichterstattung in den Medien deutlich in den Hintergrund. Leistungsfähigkeit, Verschlankung und Optimierung sind die Schlagworte, die ins Plenum entsandt wurden. Die im Modell des Generalinspekteurs genannte zahl von 165000 Soldaten wurde nicht mehr genannt, stattdessen erklärte  Minister zu Guttenberg, es würden etwa 180000 bis 185000 Soldaten angestrebt. Ob in dieser Zahl schon Flugbereitschaft und Sportsoldaten enthalten sind, wurde nicht vermeldet.

Gute Stimmung sieht anders aus - Der Inspekteur des Heeres auf der Tagung (Quelle: bundeswehr.de)

Das Ministerium solle, so meldet der SPIEGEL, auf etwa 2000 Angehörige verkleinert werden, immerhin 500 mehr als noch von der Weise-Kommission gefordert. Innerhalb von zwei Jahren wolle man den Umbau des Ministeriums, das dann vor allem um die Stäbe der Inspekteure und den Einsatzführungsstab erleichtert wäre, abschließen.

Durch besondere Angebote und eine verbesserte Berufsförderung nach dem Dienst, treten die Streitkräfte den Versuch an, mehr Mannschaften als Zeitsoldaten zu verpflichten oder die neue Form des Freiwilligen Wehrdienstes für junge Menschen interessant zu machen. Insgesamt will man die Bundeswehr so in die Lage versetzen, etwa 10000 Soldaten in einen Einsatz hoher , oder zwei der mittleren Intensität zu verlegen. Welche Einsätze dies sein könnten und nach welchen Maßgaben die Bundesregierung von nun an die Armee einsetzen wolle, werde in den bald erscheinenden Verteidigungspolitischen Richtlinien und einem folgenden neuen Weißbuch beschrieben (Quelle: bundeswehr.de).

Die Wehrpflicht, mithin eines der heißesten Themen dieses Sommers, endet im Juli nächsten Jahres. Erfasst wird noch, die Musterung fällt aus. Dies führt neben anderen Sparmaßnahmen zu einem Abbau von zivilen Beschäftigten, was natürlich personalverträglich geschehen soll.

Die mehr als 300 Generale, Admirale und Spitzenbeamten hatten nach der Tagung die Möglichkeit, eventuell verbliebenes Unbehagen über Auswirkungen der Reform, mit einem Großen Zapfenstreich in der Stadt an der Elbe zu bekämpfen. Da kommt die Gänsehaut auch ohne Reformbemühungen.

Tags: , , , , , , , , , , , , ,



Archive