Infos zu Bonner Afghanistankonferenz…

03/12/2011
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Zwei Tage vor Beginn der Bonner Afghanistan-Konferenz: was ist in den vergangenen Tagen rund um dieses Weltereignis so passiert und fand in den Medien nur am Rande eine Erwähnung? Pakistan sagt die Bonner Konferenz ab – als Reaktion auf einen NATO-Luftangriff. Womit die Konferenz ihren wichtigsten Teilnehmer verloren hat. Und sogenannte „Kriegsgegner“ – so titelt der SPIEGEL – besetzen ein Entwicklungshilfebüro in Bonn. Die ca. 900 Berichterstatter aus aller Welt dürfen nicht aus dem alten Bundestag am Wasserwerk über die AFG-Konferenz berichten, sondern müssen sich im Medienzentrum aufhalten und können die Konferenz über einen Livestream aus dem Maritim Hotel mitverfolgen. Um den Konferenzort herum wurde eine Bannmeile gezogen. Eltern, die ihre Kinder innerhalb dieser Bannmeile tagtäglich in den Kindergarten bringen, wurden über diese Sperrung nicht informiert. Über 60 Staats- und Regierungschefs treffen sich am kommenden Montag zu einer Abschlusskonferenz und wollen die Zukunft AFGs ab 2014 aufzeigen. Die Sitzung soll ca. 2,5 Stunden dauern und kostet angeblich rund 17 Millionen Euro, berichten gut informierte Kreise. Am Montag um 17.15 Uhr soll es eine Abschusspressekonferenz geben. Und das wars dann.

Alle weiteren Informationen zur Afghanistan-Konferenz finden Sie hier auf der Seite des Auswärtigen Amtes.

gestern in der Villa Hammerschmitdt. Präsident Hamid Karsai ist in Bonn. Zweieinhalb Stunden warteten wir gestern auf dieses Bild...

 

Termine in Bonn:

Von heute an bis Montag wird es in Bonn verschiedene Demonstrationen gegen die Afghanistan-Konferenz geben.

Am 3.12. gibt es im Landesmuseum Bonn, in der Colmantstr. 14 um 18.30 Uhr eine Doku Filmpremiere: Generation Kunduz – der Krieg der anderen, mit anschließender Podiumsdiskussion. Ein Film jenseits des Militärs. Einen Trailer zum Film sehen Sie hier. Wenn ich es schaffe, werde ich auch dort sein.

Zivilgesellschaftliches Forum Afghanistanin der Bonner Beethovenhalle vom 2. bis 3.12.:

Das Zivilgesellschaftliche Forum Afghanistan wird von der Konrad-Adenauer-Stiftung in enger Abstimmung mit der Friedrich- Ebert-Stiftung, der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und der Heinrich-Böll-Stiftung organisiert. Es ist eine Plattform für die afghanischen Zivilgesellschaftsvertreterinnen und -vertreter, um ihre Perspektiven für und Erwartungen an die Zukunft Afghanistans in den politischen Entscheidungsprozess einzubringen und gegenüber der Weltöffentlichkeit zu präsentieren.

Am 4.12. von 17 bis 21.30 Uhr im Universitätsclub Bonn, Konviktstr.9 im Wolfgang Paul Saal: Frauenrechten und Frieden in Afghanistan – ein Prozess in der Hand des afghanischen Volkes. Welche Erwartungen und Empfehlungen haben die Vertreter/innen der gewählten Delegation aus der afghanischen Zivilgesellschaft heute, 10 Jahre nach der Konferenz auf dem Petersberg? Die 34 anwesenden Delegierten der afghanischen Zivilgesellschaft, unter ihnen 16 Frauen, haben mit ihrer Arbeit für Frauenrechte und Menschenrechte in ihrem Land einen bemerkenswerten Hintergrund. Im Rahmen des Side Events werden sie ihre Empfehlungen an die Außenministerkonferenz bezüglich der Bedeutung von Frauenrechten für eine nachhaltige Friedenslösung in Afghanistan vortragen. Eine Veranstaltung des  Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH laden in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Frauenzentrum Bonn e.V. (ifz) zu einem Side Event am Rande der zweiten Internationalen Afghanistan-Konferenz in Bonn ein. 

Sonntag, 4. 12. 2011 Internationale Antikriegskonferenz. Für ein freies, selbstbestimmtes Afghanistan 8.30 – 19.00 Uhr LVR-Museum Bonn, Colmantstr. 14-16 (Nähe Hbf)

2 Responses to Infos zu Bonner Afghanistankonferenz…

  1. Boris Barschow on 03/12/2011 at 10:59

    “German Foreign Minister Guido Westerwelle”:

    · “Our objective is a peaceful Afghanistan that will never again become a safe haven for international terrorism.”

    · “Germany is firmly committed to a stable and prosperous future for Afghanistan.”

    · “Ten years after the Petersberg conference in Bonn 2001, the objective of the Bonn conference is to mobilise the international community in support of Afghanistan, and that beyond 2014. We seek a strong commitment for a longterm
    partnership with Afghanistan.” to be quoted as: “a German Foreign Office spokesperson”

    · “Sustainable stabilization and development depends on an Afghan-led peace and reconciliation process, supported by the region and the international community, good enough governance and respect for Human Rights.”

    · “Three key issues will be on the agenda for Bonn: the civilian aspects of transition until 2014, the political process in Afghanistan as well as a long-term commitment to Afghanistan beyond 2014.”

    · “In Bonn more than 100 countries and international organizations will come together to agree on a long term perspective for Afghanistan beyond 2014 after the withdrawal of international combat troops.”
    · “Political, economic and social advancement in Afghanistan requires further progress in governance, the rule of law and the fight against corruption.”

    · “There is a strategic consensus between Afghanistan and the international community that only an Afghan-led political process of reconciliation will bring lasting stability. The conference will encourage this process.”

    · The Bonn conference on Afghanistan marks the end of an important year for Afghanistan: Transition has started and is on track, the phased withdrawal of international combat troops has begun, the door for a political reconciliation process and closer regional cooperation was opened.

    · Together with our Afghan partners we have worked hard for the inclusion of the Afghan civil society into the Bonn conference. On Monday, two delegates of the Afghan civil society will take part in the conference and address the delegates.”

  2. Politischandersdenkender on 07/12/2011 at 11:20

    Warum die westlichen Staaten, darunter auch Deutschland diesem unsicheren und wenig vertrauenswürdigen Staat Afghanistan weiterhin eine Milliardenhilfe zugesagt haben, kann eigentlich kein Bürger in Europa verstehen. Gerade wo es hier in Deutschland viele Menschen gibt die nicht wissen wie sie mit dem wenigen Geld bis Monatsende auskommen sollen, ist diese Entscheidung der Politik eine Unverschämtheit.



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