Kahled Massud Waziri in Kabul angekommen…

19/07/2012
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Nun ist er endlich in Kabul angekommen: unser neuer Blogkorrespondent Kahled Massud Waziri. Ein in Deutschland geborener Afghane, erstmals in der Heimat seiner Eltern. In den nächsten Wochen wird er uns aus seiner Perspektive Kabul näher bringen – seine Eindrücke und seine Wahrnehmungen. Seit einem Jahr hat er diese Reise vorbereitet und nun hat er sich das erste Mal gemeldet. Bisiar ziad taschakor Kahled jan. Eine weitere Perspektive…jetzt im Afghanistan Blog und das hoffentlich jetzt täglich 🙂

Kahled Massud Waziri, Copyright: privat

Afghanistan –  Eine Wahrnehmung

von Kahled Massud Waziri Es gab einiges,was mich bisher in Afghanistan sehr überrascht hat. Da ich häufig davor gewarnt worden bin, dass ich als Afghane, der noch nie in Afghanistan war, nicht positiv empfangen werde, hatte ich diesbezüglich einige Sorgen. Diese haben sich bereits bei meiner Ankunft am Flughafen Kabul verflüchtigt.

Nachdem man mir gesagt hatte, dass ich mir eine sogenannte „Foreigners registration card“, die bei der Abreise wichtig ist, nehmen und ausfüllen soll, fragte ich den Wachmann am Ausgang nach eben diesem Papier. Obwohl ich ihm erklärte, dass ich in Deutschland geboren und aufgewachsen bin, bestand er darauf, dass ich eine solches Papier nicht brauche, da ich Afghane und Afghanistan mein Heimatland sei. Außerdem wollte er mich unbedingt zum Tee einladen. In den ersten Tagen hat sich dieser Eindruck der Herzlichkeit, Offenheit und Gastfreundschaft bestätigt. Zwei weitere Bilder, die man in den westlichen Medien immer wieder sieht, wenn von Afghanistan die Rede ist, sind Frauen in Burkas und ausländische Soldaten. Ich habe nun einige Stadtteile Kabuls gesehen und zumindest, was die Hauptstadt und zugleich das Herz und die Seele Afghanistans anbetrifft, konnte ich ich weder Burka tragende Frauen noch ausländische Soldaten sehen. Ganz im Gegenteil, viele Frauen, gerade die jüngeren Generationen tragen, wenn überhaupt einen Tschader (ein afghanisches Kopftuch), das würdevoll und lässig zugleich getragen wird und es gibt keine Frau,die einen Tschador derart lässig und würdevoll trägt wie eine afghanische Frau.

Was ausländische Soldaten anbetrifft, haben diese sich, das ging aus meinen bisherigen Erfahrungen und den Gesprächen mit Einheimischen hervor, hinter großen Mauern in ihrer eigenen Welt verschanzt. Auf den Kabuler Straßen sind nur die Soldaten der ANA wahrnehmbar.

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