Kahled Waziri: Meine Vorbereitungen für meine Reise nach Kabul

09/06/2012
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Über unseren Nachwuchsjournalisten und künftigen Blogkorrespondenten Kahled Waziri habe ich ja schon kurz berichtet. Derzeit bin ich dabei, ihn bei seinen Reisevorbereitungen zu helfen, vermittle ihm Kontakte zu afghanischen Kollegen in Kabul. Schwerer als gedacht! Als ich ihm einen Draht zu einem stellvertretendem TV-Direktor legte, an den er sich dann auch wendete, bekam er die nüchterne Antwort – als er meinte, sich erst mal eine günstige Handykarte für ein Telefonat nach Kabul zu besorgen: „Wenn Du kein Geld hast, um mich mal anzurufen, dann bleibe dort, wo Du bist. Solche Leute können wir hier nicht gebrauchen.!“ Harte Worte! Gott sei Dank habe ich ihm nun einen guten Kontakt zu einem in Deutschland lebenden afghanischen Freund herstellen können, dessen Familie vor Ort bereit ist, ihn für 5 Wochen in ihrer Familie aufzunehmen.

Kahled schickt mir nun eine kurze Wasserstandsmeldung seiner persönlichen Vorbereitungen. Drücken wir ihm die Daumen, dass seine waghalsige Reise zu einem Erfolg wird…

Blog-Nachwuchsjournalist Kahled Waziri

Afghanistan – Kabul – Vorbereitungen meines Aufenthaltes von Kahled Waziri

Mein Aufenthalt in Kabul rückt nun immer näher. Die Vorkehrungen für den Aufenthalt nehmen enorm viel Zeit in Anspruch. Ich beschäftige mich nun seit einigen Wochen jeden Tag in irgendeiner Form mit den damit.

 Die Vorbereitung beinhaltet zwei Abschnitte:

Der erste Abschnitt besteht aus der Bearbeitung aller Formalien.Das heißt: Beantragung eines Visums,suchen eines sicheren Aufenthaltsortes,Auslandskrankenversicherung (ja-es gibt auch für Afghanistan eine Auslandskrankenversicherung, die einen abgesicherten Rücktransport im Fall einer Verletzung etc. garantiert), gesundheitliche Vorkehrungen (Impfungen,Medikamente) suchen und buchen des Fluges(was im Falle Afghanistans auch nicht ganz einfach ist).

Einige der benannten Punkte befinden sich im Prozess und andere wiederum wie die Auslandskrankenversicherung sind bereits abgeschlossen.

Man sieht also,auch die Vorbereitung auf ein Land wie Afghanistan kann teilweise sehr banal sein. Dieser erste Abschnitt kostet sehr viel Zeit,aber man kann alles nacheinander bearbeiten.

Der zweite Teil der Vorbereitung erfordert wesentlich mehr Arbeit und Fokussierung. Man muss Kontakte, optimalerweise zu Menschen,die in Afghanistan leben,herstellen.

Das ist nicht nur in journalistischer Hinsicht sehr wichtig,sondern auch,um den eigenen Aufenthalt abzusichern.Man braucht in Afghanistan ein funktionierendes Netzwerk,auf das man sich verlassen kann.Sehr wichtig ist es auch,dass die eigenen Kontaktpersonen sich auch in der Lage/Position befinden helfen zu können.

 Am schwierigsten ist es jedoch für sich herauszufiltern, wem man wirklich vertrauen kann und wem nicht.Das erfordert eine gute Menschenkenntnis.Vorteilhaft ist für mich,dass ich selbst aus Afghanistan stamme. Das vereinfacht es mir ein wenig zwischen „gut“ und „böse“ zu unterscheiden.

Afghanistan gehört leider nach wie vor zu den ärmsten Ländern Welt. Daraus resultieren dann auch Probleme wie die stetig zunehmende Entführungskriminalität. Das stellt für mich als Journalist  auch die größte Gefahr in Afghanistan dar. Um so wichtiger ist es deshalb für mich in der Vorbereitung eine exakte Liste von Personen herauszuarbeiten,denen ich in jedem Fall vertrauen kann und die mir auch helfen meiner journalistischen Tätigkeit nachzugehen.

 Das alles ringt mir eine Menge Zeit und Aufwand ab, aber mir ist auch immer bewusst,dass ich nur durch eine gute Vorbereitung einen sicheren Aufenthalt haben kann.

Soweit eine Bilanz meiner bisherigen Vorbereitungen für Afghanistan.

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