Teil 12 einer Tagebuchserie einer Soldatenangehörigen

15/09/2010
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Wieso Babies schreien, wenn sie Zähne bekommen kann ich seit Montag nachvollziehen!

Einer meiner vier Weisheitszähne bricht gerade durch und ich habe schreckliche Schmerzen. War jetzt täglich beim Zahnarzt und habe Tamponagen, Spülungen, Spritzen und Antibiotika bekommen. Morgen muss ich wieder hin. Sollte die Entzündung, welche mit dem Durchbrechen des Zahnes einhergeht, bis nächsten Montag nicht weg sein, komme ich um einen Krankenhausaufenthalt nicht drum herum. Dabei hieß es bei jeder Prophylaxe Untersuchungen immer,  „Machen sie sich keine Sorgen Leaf ,da wird es keine Probleme geben“,  tja Pustekuchen.

Ich habe seit 3 Nächten nur 2 Stunden geschlafen, bin vollgepumpt mit irgendwelchen Medikamenten und hatte zeitweilig auch das Gefühl ,meiner Sprache nicht Herr zu werden. Naja jetzt hoffe ich inständig, dass das neue Antibiotikum anschlägt. Das Alte hat nicht geholfen…

Leaf, 25 J. aus Norddeutschland schreibt exklusiv für das Afghanistan-Blog über ihre Gedanken und Gefühle, während ihr Lebenspartner im Einsatz am Hindukusch ist.

Meinem Wüstenhelden geht es übrigens gut. Er ist zwar gestresst wie so ziemlich jeder Soldat im Einsatz. Aber, dass es ihm gut geht ,ist alles was zählt. Ich vermisse ihn sehr, aber es sind nur noch ein paar Monate, dann kann ich ihn endlich wieder in die Arme schließen!  Eine so lange Zeit getrennt zu sein bedeutet einander zu vertrauen, sich gegenseitig aufzubauen, füreinander da zu sein.

Das letzte Paket von dem Ich erzählte ,ist angekommen. Es war ja ein Sammelsurium von vielen verschiedenen Menschen, die meinen Schatz gern haben. Meine kleine Schwester wollte wissen, wie es ihm geht und schickte ein ankreuz-Tagebuch mit. Eine lustige Idee, ob sie genutzt wird ,weiß ich nicht. Mein Dad brachte mir zwei  ferngesteuerte Helikopter, ich musste ja lachen als ich diese gesehen habe. Schatz hat sich gefreut, leider funktionieren sie beide nicht, ooooder er ist zu doof, um sie zu steuern. Aber das habe ich natürlich nicht laut gesagt.

Der Kuchen, ja der Kuchen… Das war die Email die ich erhielt nach dem mein Paket angekommen war. „Der Kuchen ist ja der Oberhammer! Das geht ja gar nicht,  der eine aus meinem Buero meinte, dass ich gleich mal 20 nachbestellen sollte. Da gibt es echt nix zu meckern und so saftig. Das Ding war nach 2 min leer. Hahaha lecker“

Natürlich habe ich gleich mehr von den Kuchen gebacken, um ihm und seinen Kameraden eine Freude zu machen.  Hab mir natürlich heimlich auf die Schulter geklopft ,war ja immerhin mein erster Kuchen 😉  Die nächsten Kuchen sind schon unterwegs und ich hoffe sie kommen bald an.

Müde bin ich, geh zur Ruh…schließe beide Augen zu. Sobald es mir besser geht werde ich Berichten, was wegen des Weisheitszahns, bzw. wegen der vier Weisheitszähne nun auf mich zu gekommen ist.

Eure Leaf

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One Response to Teil 12 einer Tagebuchserie einer Soldatenangehörigen

  1. Leaf on 16/09/2010 at 00:39

    leaf left a reply…
    die OP war der reinste Horror!
    Den sich entzündeten Weisheits-Zahn haben sie entfernt.
    Die Narkose hat nicht ganz gegriffen 12 mal wurde nachgespritzt 🙁
    Jetzt sitze ich hier und sehe aus wie ein Hamster, hab tierische schmerzen und kann nicht schlafen. SChoene Scheiße vorallem jetzt wo ich ganz allein bin 🙁



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