Teil 13 einer Tagebuchserie einer Soldatenangehörigen

26/09/2010
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Und  dann war da die Hamsterbacke…

Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Angst gehabt wie ich sie bei der Weisheitszahn-Op hatte. 2 Stunden lang wurde an mir herumgedoktert, der Zahn wollte und wollte nicht raus, es wurde gefräst, gesägt, gespalten, gespritzt und was weiß ich nicht alles und nach einer gefühlten Ewigkeit und roher Gewalt kam er doch raus, in zwei Teilen.

Ich habe mich gefühlt als wäre ich in „Hostel“ dem Film gelandet und mir wurde in regelmäßigen Abständen sehr schlecht! Zwischendurch hatte ich tatsächlich das Gefühl ich könnte dem Allem nicht mehr standhalten und ich werde einfach Ohnmächtig.

Leaf, 25 J. aus Norddeutschland schreibt exklusiv für das Afghanistan-Blog über ihre Gedanken und Gefühle, während ihr Lebenspartner im Einsatz am Hindukusch ist.

Trotz „Leck-mich-am-Arsch-Tablette“ habe ich einfach alles mitbekommen, die Tablette hat nicht gewirkt, wie so jedes andere Mittel bei mir sonst auch. Narkose habe ich nicht vertragen, genäht wurde ich unter höllischen Schmerzen da sie einfach aufhörte zu wirken. Aber mittlerweile sollte Ich es gewohnt sein, dass mein Körper keine Narkose verträgt.

Wer kann schon erzählen dass er nach der BlinddarmOp in einem Gitterbett gefesselt aufgewacht ist… Oder das er, nach der Magenspiegelung und 6Facher Narkose nicht geschlafen hat… ICH! Meine Enkel (sollte es jemals welche geben) werden stolz auf ihre „Omma“ sein.

Mittlerweile stehe ich nicht mehr unter Schmerzmitteleinfluss und mir geht es relativ gut, es nervt mich tierisch das der Mund nicht weit genug aufgeht um richtig herzhaft zubeißen zu können. Gerade gestern hat es mich sehr gestört. Ich hatte Besuch von meiner besten Freundin, ihrem Lebensgefährten und einem guten Freund. Dieser stammt aus Mexiko. Sie klingelten an der Tür und hatten Tonnenweise Lebensmittel dabei und wollten für mich kochen, weil ich ja seit Mittwoch nichts gegessen hatte.

WOW ich war überwältigt.

Unser mexikanischer Kumpel managte alles in der Küche. Er zauberte Roastbeef mit frischem Gemüse, dazu gab es Tortillas und mexikanischen Reis. Das Roastbeef schnitt er gaaanz klein damit es in meinen Mund passte, es war einfach nur göttlich lecker und ich habe gut zugesehen und werde es selbst mal versuchen wenn mein Schatz wieder zu Hause ist. Kannst Dich also schon auf neue Kochkünste freuen 😉

Letzte Woche erhielt ich eine Email, sie stammte von einem Kameraden der sich momentan mit meinem Lebensgefährten in Afghanistan befindet und als ich diese gelesen hatte muss ich mir selbst auf die Schulter klopfen. Ja, ich weiß… Eigenlob stinkt aber ich geh einfach danach duschen! Hier ein Auszug :

„ Ich bin zurzeit mit deinem Mann in Afghanistan. Wir sitzen sogar im selben Buero.
Leider kann er nicht verbergen, dass er ständig Pakete kriegt…
Wenn er dann wieder lächelt und ein Glass mit dem Heiligen Kuchen (Schoko oder Zitrone)
hochhält, weiß ich, dass es ein schöner Tag wird. Er teilt gerne und gibt seinen Kameraden
gerne viel von seinen Super Kuchen ab.
Ich muss dir ein Kompliment machen. Ich habe noch nie so einen leckeren Kuchen gegessen. „

Und ganz ehrlich, ich finde den Kuchen auch so super Mega lecker!!! Ich meine man sagt sowas ja eigentlich nicht, aber es stimmt. Ich könnte darin baden, ich möchte dass meine Wohnung aus ihm besteht und ich täglich einfach meine Möbel aufessen kann. SCHLARAFFIA 😉

ER IST SOOOO LECKER, wer auch immer auf die Idee kam eine „Tarté au Chocolate“ zu kreieren hat einen Orden verdient! Damit ihr auch alle mal testen könnt von dem Leckeren Kuchen, hier das Rezept:

Ein Kuchen (ca. 3 Gläser)

200g Butter

200 g  zartbitter Schokolade

100g grob gehackte Schokolade

130g Puderzucker

4 Eier

2 EL Kakaopulver

1 Päckchen Pudding

2 EL Mehl

–         Butter und Schokolade langsam unter rühren schmelzen

–         Dann Mehl, Kakao und Puddingpulver mischen

–         Eier und Puderzucker mindestens 5Min. weiß und cremig schlagen, die Schoko-Buttermasse hinzugeben und kurz vermengen.

–          Die grob gehackte Schokolade unterrühren.

–           Als letztes vorsichtig das Mehl-Pudding-Kakaogemisch unterheben, aber nur so lange bis keine Klümpchen mehr da sind.

Den Teig in gefettete Form füllen(Glas ca. ¾ füllen)  und bei 175C° (Ober/Unterhitze) ca. 20-25min backen.

(Ich mag lieber viel Teig und wenig Form, dann wird er so richtig schön lecker Schokoladig und eine wahre Sünde!)

Kimani ist ordentlich gewachsen, sie ist mittlerweise das Dreifache von dem was sie zu Beginn war. Wie schnell kleine Katzen groß werden, das ist wirklich erstaunlich. Sie spinnt ab und an und passt genau deshalb so gut zu uns 😉 Sie ist mein Kamikätzchen, hüpft einem ständig an die Beine, krabbelt an den Beinen hoch, springt einen an, rennt mit Buckel seitwärts auf einen zu und versucht unheimlich viel Eindruck zu schinden. Die Betonung liegt natürlich bei dem Wort „versucht“ sie kann es nicht, man muss sich fast Totlachen wenn sie das tut… schade das mein Schatz nicht sehen kann wie sie immer größer wird. Sie ist mir eine unheimlich große Haushaltshilfe… manchmal!

Wir wohnen direkt am Feld, letzte Woche hat der Bauer Gülle gefahren und ich hatte kurzzeitig das dringende Bedürfnis vom Balkon zu springen und ihn eigenhändig zu erwürgen.

HAT DAS GESTUNKEN!!!

Aber das war natürlich nicht alles… wie sagt Schatz immer: „ Wenn Scheiße, dann Scheiße mit Schwung.“ Toll darauf hätte ich gern verzichtet!  Wie ein jeder weiß gibt es ein nerviges Insekt das auf Scheiße fliegt… und dieses hat sich zu einer tausendfachen Armee vermehrt (dank Mist)

Ich kann die Fenster nicht mehr offen stehen lassen, gestern hatte ich ungelogen 80 Fliegen in der Wohnung!!! Und die Mistviehcher kacken alles voll, meine Mama hat sich früher auch immer über Fliegen beschwert. Ich konnte NIE nachvollziehen wieso… ja ich hab ja auch nie geputzt und mich haben die kleinen schwarzen Punkte nicht gejuckt. Jetzt wo Ich dank Fliegeninvasion täglich putzen muss nerven sie nur noch. Ich danke meinem Schatz für den „Eliminator“ (Elektrische Fliegenklatsche in Form eines Tennisschlägers) und ich danke Gott für Kimani. Gemeinsam gingen wir gestern fast den ganzen Tag auf Fliegen Jagd, so einfach ist das nicht… die Scheißteile bleiben ja nicht sitzen. Kimani hat ca. 30 Stück platt gemacht, die Restlichen habe ich eliminiert.  Wenn’s um Fliegen fangen geht, sind wir ein super Team. Ich und die Katze *haha*

Danach hab ich erst mal Großputz gemacht, sowas reinigt ja nicht nur von außen… sondern auch von innen. Schön mit Chlor alles gewienert, blitzeblank war es. Bis ich heute Morgen runter kam und 4 Fliegen wieder überall hingekackt haben. Ich werde Wahnsinnig und mache mir jetzt tatsächlich Gedanken darüber ob ich nicht ein Chamäleon halten sollte… Napoleon würde Ich es nennen. Es bekäme eine große Palme und einen Spotstrahler und dürfte in unserer „Anti-Fliegen-Armee“ für Freiheit sorgen.  Naja aber das sind ja nur Spinnereien… Ich freu mich schon wenn’s richtigkalt nachts wird, dann sterben sie alle *hahaha*

Ich wünsche Euch eine fliegenfreie Woche,

eure Leaf

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